Vergleich · Wohin reisen

Malediven vs. Bora Bora: ein ehrlicher Vergleich

Die beiden am meisten romantisierten Overwater-Bungalow-Destinationen der Welt gewinnen in unterschiedlichen Disziplinen. Die eine besticht durch die Landschaft, die andere durch die Meereswelt, die Auswahl und die Erreichbarkeit. So entscheiden Sie sich richtig.

· Von Tym Lewtak · · 3 Min. Lesezeit
Luftaufnahme des Mount Otemanu auf Bora Bora, der sich über einer türkisfarbenen Lagune mit Wasserbungalows erhebt
Der Mount Otemanu über der Lagune von Bora Bora — das Einzige, was die flachen Malediven nicht hinter Ihre Wasservilla stellen können.

Für genau diese beiden Ziele wurde der Begriff „Overwater-Bungalow“ erfunden, und Reisende zerbrechen sich mit gutem Grund den Kopf über die Wahl zwischen ihnen. Beide sind teuer, beide sind atemberaubend, und beide verkaufen dieselbe Fantasie: eine Villa auf Stelzen über unmöglich blauem Wasser. Doch sie sind aus unterschiedlichem Gestein gebaut und punkten mit wirklich unterschiedlichen Dingen — die ehrliche Antwort lautet also nicht, welches besser ist, sondern welches besser für Sie ist.

Bora Bora ist eine kleine Insel, eingehüllt in eine einzige technicolorbunte Lagune und gekrönt vom vulkanischen Gipfel des Mount Otemanu, der sich 727 Meter senkrecht aus dem Wasser erhebt. Die Malediven sind das Gegenteil: rund 1.190 flache Koralleninseln, verstreut über 26 Atolle, wobei nichts mehr als ein paar Meter über den Meeresspiegel hinausragt. Das eine ist vertikale Dramatik, das andere horizontale Gelassenheit.

Wo Bora Bora gewinnt

Die Szenerie, mit Abstand. Bora Bora erfand den Overwater-Bungalow in den 1960er-Jahren, und seine Version ist bis heute die filmreifere — jede Villa blickt auf jenen grünen Vulkangipfel, eine Kulisse, die die flachen Malediven schlicht nicht nachbilden können. Als einzelne bewohnte Hochinsel bietet es zudem mehr an Land: 4x4-Vulkansafaris, alte polynesische Tempel, Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg, die Stadt Vaitape, tahitianische Kultur und den herrlichen Matira Beach. Wenn die Reise eine einmalige Flitterwochenreise ist, aufgebaut um ein einziges ikonisches Foto, liefert Bora Bora genau das. Und für Reisende von der US-Westküste ist es vergleichsweise gut erreichbar — rund acht Stunden bis Tahiti.

Wo die Malediven gewinnen

Fast alles andere. Bei der Auswahl ist es nicht einmal knapp: Bora Bora hat vielleicht neun oder zehn Overwater-Resorts und insgesamt ein paar hundert Bungalows; die Malediven haben über 180 Resorts, mehr als hundert mit Wasservillen und schätzungsweise über dreitausend Overwater-Bungalows — grob zwei Drittel des weltweiten Angebots — zu jedem Preis von etwa 400 bis 4.000 Dollar pro Nacht, dazu echte Budget-Gästehäuser. Bora Bora hat keine wirkliche Budget-Kategorie: Ein Overwater-Bungalow dort kostet grob 800 bis über 1.500 Dollar pro Nacht, mit Premium-Poolvillen, die weit darüber hinaus klettern — bei Preis-Leistung und Bandbreite gewinnen die Malediven also ebenfalls klar. Bei der Meeresfauna ist es eine Übermacht: Die hundertköpfigen Mantaschwärme in Hanifaru Bay und die ganzjährigen Walhaie in South Ari zählen die Malediven zu den besten Tauchzielen der Welt, während Bora Boras ruhige Lagune zwar schönes, aber begrenzteres Schnorcheln bietet. Die Malediven gewinnen auch bei den Stränden — weicherer, weißerer Korallensand — und bei der Erreichbarkeit für die meisten Weltregionen: ein Direktflug von etwa zehn Stunden aus London und knapp über vier aus Dubai, gegenüber den obligatorischen zwei Flügen über Tahiti bei Bora Bora.

Bora Bora besitzt die Szenerie und die Romantik des Ortes; die Malediven besitzen die Meeresfauna, die Strände, die Auswahl, das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Erreichbarkeit.

Was sollten Sie also buchen?

Wählen Sie Bora Bora, wenn dramatische Berg-und-Lagunen-Kulisse der ganze Punkt ist, Sie einmalige Flitterwochen mit dem ikonischen Gipfel auf jedem Foto wollen, Ihnen landgestützte Kultur und Abenteuer wichtig sind und Sie aus Amerika anreisen. Wählen Sie die Malediven, wenn Sie tauchen oder schnorcheln, die weichsten Strände und die größte Bandbreite an Resorts und Budgets suchen und Sie aus Europa, dem Golf oder Asien kommen. Eine Nuance, die man kennen sollte: Die Hauptsaisonen der beiden liegen fast entgegengesetzt — Bora Bora ist von Mai bis Oktober am besten, die Malediven von Dezember bis April — sodass man sie nicht ohne Weiteres kombinieren kann. Keines ist die „richtige“ Antwort. Es sind einfach zwei verschiedene Träume.

Ein ehrlicher Vorbehalt, bevor Sie die Malediven buchen: Kalkulieren Sie den Transfer ein. Da jedes Resort auf einer eigenen Insel liegt, führt der Weg vom Flughafen zur Villa zwangsläufig über ein Schnellboot oder Wasserflugzeug — üblicherweise ein paar Hundert Dollar pro Person und Strecke, separat von der Zimmerrechnung abgerechnet und eine der größeren Überraschungen auf der Endabrechnung. Das Wasserflugzeug ist selbst Teil der Romantik, aber es ist keine Option, sondern Pflicht. Und sind Sie erst einmal auf einer privaten Insel, essen Sie jede Mahlzeit zu Resortpreisen, meist im Rahmen eines kostenpflichtigen Verpflegungsplans, ohne Alternative — sodass die Gesamtkosten deutlich über dem Zimmerpreis pro Nacht liegen können. Die Resorts von Bora Bora liegen näher am einzigen Flughafen und am Ort, was diesen Stich etwas abmildert.

Wenn die Malediven Ihre Wahl sind, listet unser Malediven-Flitterwochen-Guide die romantischsten Inseln — Wasservillen, private Pools, Dine-Around-Verpflegung und die Resorts, die die Details richtig machen.